Das neue 8″ Ritchey-Chretien-Teleskop erblickt das Licht der Sterne (1st light)

 Auf der Beobachtungsplattform haben wir inzwischen eine gute Auswahl an verschiedenen Teleskopen mit einem Brennweitenbereich zwischen 400mm und ~3000mm, mit einer „Lücke“ bei etwa 1500mm. Um diese Lücke zu schließen wurde nach einem passenden Teleskop Ausschau gehalten, das mit der FFC von der 10micron Montierung getragen wird und hauptsächlich fotografisch eingesetzt werden sollte.

Nachdem die Vor- und Nachteile verschiedener Geräte diskutiert waren, hat Ende 2014 der Vorstand die Anschaffung eines 8″ Ritchey-Chretien-Teleskops (kurz RC; ~1.6m Brennweite, Blende f/8)  mit Reducer (Brennweitenreduzierung auf ~1.1m bei Erhöhung der Lichtstärke auf f/5,3) genehmigt.

Am 11.3.2015 wurde der RC auf der 10micron montiert und die Montierung neu ausbalanciert. Da der Abend klar war, mussten natürlich auch die ersten Testaufnahmen erfolgen (1st light). Da durch die Befestigungsschiene auf der Montierung die Richtung des RC der Montierung nicht bekannt ist, musste zuerst ein neues Pointing-Modell erstellt werden (Alignment-Modell). Dazu wurden 3 helle Sterne nacheinander angefahren und per Handsteuerung in die Mitte des Bildfeldes gefahren. Über dieses „3-star-alignment“ weiß die Montierung wohin das Teleskop gerade schaut und kann so ein Objekt exakt ansteuern. Nach einigen Problemen mit dem doch kleinen Gesichtsfeld des RC war das Alignment erfolgreich und die ersten Testaufnahmen konnten erfolgen.

Als Objekt habe ich die Galaxie NGC3628 aus dem Leo-Triplet (NGC3628,M65,M66)ausgesucht: hierbei handelt es sich um eine Edge-On Galaxie, bei der wir also direkt auf die Kante schauen und so das zentrale Staubband sehen können. NGC3628 hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 9,5 mag und eine Ausdehnung von 13,48′ × 4,27′. Mit der EOS 1000Da als Aufnahmekamera ergibt sich Gesichtsfeld von 70’x46′ – und somit ausreichend für dieses Objekt.

 NGC3628_2  Originalabmessung
28 Aufnahmen
1h45m Belichtungszeit
ISO 400
 NGC3628_KL   Ausschnitt

 Vor allem abseits der optischen Achse erkannt man eine Verzeichnung der Sterne; ob dies vom Reducer, einer Verkippung oder Dejustage kommt, muss in weiteren Test ermittelt werden.

 Mitgeholfen haben: Rainer Kresken und Fritz Pulvermachern 😛 

 

 

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