Asteroiden

Seit Anfang 1995 befassen wir uns mit der wissenschaftlichen Astrometrie (der Positionsbestimmung) von Kleinplaneten mit dem Ziel, deren Bahnen mit bestmöglicher Genauigkeit zu bestimmen.

Neben der Erforschung dieser Objekte haben solche Arbeiten auch eine fundamentale Bedeutung für die Bestimmung und Kontrolle einiger Grundkonstanten, auf denen wiederum viele andere Methoden der astronomischen Forschung basieren. Die erforderliche Messgenauigkeit beträgt dabei weniger als den 3.600sten Teil eines Winkelgrades (das entspricht etwa einer Daumenbreite betrachtet aus einer Entfernung von 5 Kilometern!). Um diese Genauigkeit zu erreichen, leisten die Programme Astrometrica von Herbert Raab und inzwischen auch EasySky von Matthias Busch wertvolle Dienste. Mit diesen ist das Ausmessen von CCD-Aufnahmen ein Leichtes.

In Zusammenarbeit mit dem Astronomischen Recheninstitut in Heidelberg und dem Minor Planet Center am Smithsonian Astrophysical Observatory (USA) werden unsere Messungen inzwischen regelmäßig weltweit für die Fachwelt publiziert. Außerdem wurde die Kleinplanetenarbeit in Heppenheim 1999 durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert – insbesondere die Finanzierung einer professionellen CCD-Kamera, wurde dadurch unterstützt.

Ab und zu hat man auch Glück und entdeckt per Zufall einen neuen Kleinplaneten. Dies ist uns jetzt in Heppenheim schon oft passiert. Einige Planeten fanden wir allerdings auch durch gezielte Suche.
In solch einem Fall muss natürlich in den nächsten Tagen sofort versucht werden, das Objekt wiederzufinden, um eine vorläufige Bahn errechnen zu können. Denn sonst kann es sein, dass der neue Kleinplanet wieder verloren geht.
Das Wetter spielte bis jetzt in den meisten Fällen mit, so dass wir fast alle neuen Kleinplaneten weiter verfolgen konnten. „1997 VU5″ schließlich ist durch schlechtes Wetter und Vollmond verloren gegangen. Er wird wohl eines Tages „wiederentdeckt“ werden. Dann wird das MPC feststellen, dass es sich um den gleichen KP handelt, und er wird seine Designation zugunsten des „Neuen“ verlieren.

Am Morgen des 31.10.1999 fanden wir in der Liste der Nummerierungen des MPC, dass die Heppenheimer Kleinplaneten 1997 PK2 und 1998 DK1 nummeriert wurden ! Sie tragen nun die offiziellen Nummern (12053) und (12057) !!
Dies ist ein schöner Erfolg für unser Team und der Lohn für sorgfältige Arbeit am Teleskop, am Rechner und auch bei der Recherche im Internet.

Am 23.03.2000 schließlich „erwischte“ es auch unseren ersten Fund, 1997 GB. Er erhielt vom MPC die Nummer (14080).
Hier kamen durch Suche in alten Plattenarchiven zwei weitere Oppositionen hinzu, die den beobachteten Bogen bis zurück ins Jahr 1976 ausdehnten und die Unsicherheitszahl U von 4 auf 1 hochschnellen ließen.

Am 24.06.2000 ging es munter weiter – 1997 UK7 wurde nummeriert – (15397). Maßgeblich hierfür war eine vierte Opposition, die die Unsicherheitszahl U von 4 auf 1 verbesserte.

   
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