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Entdeckung
Komet C/2001 Q4 wurde am 24. August 2001 im
Rahmen des Near Earth Asteroid Tracking
(NEAT) Programms am 1,2m Schmidt-Teleskop des Palomar
Observatoriums entdeckt. Der Komet hatte damals eine Helligkeit von
20. Größe. Das ist rund 400 000 mal schwächer, als die schwächsten mit
bloßem Auge noch zu sehenden Sterne. Nachfolgebeobachtungen am 26.
und 27. August zeigten ihn bei etwa 17. Größe. Normalerweise kann NEAT
in dieser Entfernung keine Kometen mehr sehen. Entweder war C/2004 Q4
damals sehr aktiv oder es handelt sich um einen großen Kometen.
Die Entdeckung wurde im IAU Circular 7695 am 28. August 2001 bekannt gegeben.
Allerdings war die Bahn aufgrund des kurzen Bogens noch sehr unsicher.
Brian G. Marsden berechnete das Perihel für den 25.August 2005, also erst
für 4 Jahre nach der Entdeckung. Zum Zeitpunkt der Entdeckung war C/2001
Q4 (NEAT) noch über 10 astronomische Einheiten von der Sonne entfernt,
d.h. er befand sich damals noch hinter der Saturnbahn. Durch weitere Beobachtungen
konnte die Bahn schließlich verbessert werden. Die aktuellen Bahndaten
zeigen, dass der Komet sein Perihel am 16. Mai 2004 (MESZ) erreicht. Die
Periheldistanz beträgt dann 0.9619 astronomische
Einheiten.
In den Jahren 2001 und 2002 wurde der Komet langsam heller, aber Anfang
2003 war er immer noch schwächer als 15. Größe. Zum Jahresende hin wuchs
seine Helligkeit allerdings dann bis auf über die 10. Größenklasse an.
Im Juli 2003 zeigten CCD-Aufnahmen von Amateuren einen fächerartigen kurzen
Schweif.
Helligkeit
Der Komet wird seine größte Helligkeit wohl
Anfang Mai erreichen. Das "Central Bureau for Astronomical Telegrams"
gibt seit einigen Wochen die Perihelhelligkeit mit 0,9 an. Doch zeigen
die Beobachtungen, dass sie wohl nicht so hoch ausfallen wird.

Beobachtete Helligkeit des Kometen C/2001 Q4 (NEAT) seit
dem 1. Februar 2004. Die obere durchgezogene Kurve gibt den vermuteten
Helligkeitsverlauf des Kometen wieder, der vom CBAT angenommen wird. Offensichtlich
sagt diese Kurve eine zu große Helligkeit voraus. Eine Regressionsanalyse
der Beobachtungsdaten ergibt die untere Kurve. Ihr liegt folgende Formel
zugrunde: m1=5.22+5 log d + 4.68 log r, Beobachtungen bis zum 20.
April. Grafik: H.Zekl, mit "Comet for Windows" erstellt.
Nach den momentanen Daten wird der Komet vermutlich nur mag=3 erreichen.
An dunklen Orten ist er aber damit immer noch gut zu erkennen. Unter Stadtlicht
allerdings dürfte er kaum auffallen.
Helligkeitsprognosen für Kometen sind mit einigen Unsicherheiten behaftet.
Es gibt genügend Beispiele, bei denen vielversprechende Kometen dann doch
weit hinter den Prognosen zurück blieben. Bekannt ist die Geschichte des
Kometen Kohoutek (1973), der anfangs sehr aktiv war, letztlich aber dann
doch nur eine bescheidene Vorstellung bot. Letztlich hängt die weitere
Entwicklung davon ab, welchen Aufbau der Kometenkern hat und wie die Aktivitätszentren
auf dem Kometenkern von der Sonne beschienen werden.
Durch die Sonneneinstrahlung erwärmen sich leicht flüchtige Gase, die
anfangs im Kometenkern eingefroren sind. Dabei gehen sie direkt aus dem
festen in den gasförmigen Zustand über (Sublimation). Diese Gase strömen
dann als Gasjets vom Kometen weg. Je näher dieser der Sonne kommt, umso
stärker werden die Gasströme. Verschiedene Gase wie Kohlendioxid,
Stickstoff und Kohlenmonoxid sublimieren bei unterschiedlichen
Temperaturen und damit bei verschiedenen Abständen von der Sonne. Die
Gasaktivität hängt nun von der Stärke der Sonneneinstrahlung und
der Menge des gefrorenen Gas auf der Kometenoberfläche ab.
Ein weiterer Einfluss kann durch die Lage der Rotationsachse des Kometenkerns
herrühren. Wenn sie ungefähr mit seiner Bahnebene zusammen fallen sollte,
gerät die bislang von der Sonnen beleuchtete Hemisphäre von C/2004 Q4
in die Polarnacht und stellt ihre Aktivität ein, während die gegenüberliegende
Seite dann aufgewärmt wird. Dann würden völlig neue Gebiete auf der Kernoberfläche
aktiviert, die eine anderen Helligkeitsverlauf ergeben können. Aber das
bleibt abzuwarten. Erst am 15. Mai wandert der Komet auf die andere Seite
der Ekliptik.
Sichtbarkeit
Zur Zeit ist C/2001 Q4 ein Südhimmel-Komet. Seine Bahn steht
nahezu senkrecht auf der Ekliptik. Seit seiner Entdeckung ist der Komet
nur in südlichen Breiten zu sehen. Für Beobachter in Mitteleuropa taucht
er erst am 8. Mai auf, wenn er seine maximale Helligkeit erreicht hat.
In den nächsten
Tagen gewinnt er dann rasch an Höhe und wird nach nur wenigen Tagen sogar
zirkumpolar.
Den geringsten Abstand zur Erde erreicht C/2001 Q4 am 7. Mai, einen Tag
bevor er sichtbar wird. Dann beträgt sein Abstand zu unserem Planeten
rund 48 Millionen km. Sein Perihel - den sonnennächsten Punkt - durchläuft
er am 15. Mai knapp innerhalb der Erdbahn. 143,9 Millionen Kilometer trennen
ihn dann von unserem Zentralstern.
Eine Animation veranschaulicht
die Bewegung des Kometen durch das innere Sonnensystem.
Der Komet wandert ab dem 8. Mai über den westlichen Abendhimmel. Dabei
läuft er aus dem Sternbild Einhorn, durch Krebs und Luchs in den Großen
Bären. Da die Sonne im Mai immer später untergeht, wird der Himmel Mitte
des Monats erst nach 23:30 MESZ vollkommen dunkel sein, Ende Mai sogar
erst nach 24 Uhr. Je nach Helligkeit und Höhe des Kometen, können Beobachtungen
aber auch etwas früher erfolgen.
Der Mond ist anfangs kein Thema. Vollmond ist am 4. Mai - totale Mondfinsternis.
Am 8. geht er schon rechtzeitig unter. Erst nach dem folgenden Neumond
beginnt er ab dem 22. Mai die Beobachtungen zu stören.

Sichtbarkeitsdiagramm für Komet C/2004 Q4 (NEAT) für etwa
die Mitte Deutschlands von 5. - 31. Mai 2004, Tagesabstände: 1 Tag. Die
Legende beschreibt die Linien für Auf- (A) und Untergang (U) der Sonne
(S) und des Kometen (K). Die Zahlen dahinter geben an, wie tief die Sonne
jeweils unter dem Horizont steht (Grad). Vollkommene Dunkelheit
herrscht, wenn die Sonne 18 Grad oder mehr unter dem Horizont steht, d.h.
zwischen den Linien US18 und AS18. Die rote Linie beschreibt die Untergangszeit
des Kometen. Sichtbar ist er in dem gelb markierten Bereich. Grafik: Zekl.

Wanderung des Kometen C/2001 Q4 über den westlichen Nachthimmel
vom 8. - 31. Mai 2004. Der Komet bewegt sich entlang der gelben
Linie. Für jeden Tag ist seine Position markiert. Anfangs sind bis auf
Merkur auch alle hellen Planeten - Venus, Mars, Jupiter und Saturn - am
Abendhimmel zu sehen. Grafik: Zekl, mit EasySky
und PaintShop Pro erstellt.

Höhe des Kometen C/2004 Q4 (NEAT) über dem Horizont zwischen
dem 8. und 31. Mai 2004, jeweils zum Zeitpunkt, wenn es gerade dunkel
geworden ist (Sonne 18 Grad unter dem Horizont). Der Komet steigt
anfangs rasch in die Höhe. Später verlangsamt sich der Anstieg.
Weil es immer später dunkel wird, nimmt seine Höhe dann wieder leicht
ab.
Eine tägliche Ephemeride gibt es hier.
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