Beginn: 20:00 bis 21:00
Beeinträchtigung der Astronomie und Auswirkungen auf die Atmosphäre
Dr. Ulrich Platt, Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg
Raumfahrt und mögliche Folgen für die Atmosphäre
Der Weltraum, und insbesondere der Bereich niedriger Erdumlaufbahnen (Höhenbereich von einigen 100 km bis wenige 1000 km), wird zunehmend kommerziell interessant. Die Nutzung ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken: Stichworte Satellitennnavigation und TV-Satelliten. Dazu sind neuerdings große „Satellitenkonstellationen“ mit tausenden von Satelliten im Aufbau - bekanntester Vertreter ist „Starlink“ mit heute etwa 11000 Satelliten (zwei Drittel aller im Orbit befindlichen –Satelliten). Die Konstellationen dienen hauptsächlich der Kommunikation, also z.B. globalen Mobiltelefonnetzen. Mittlerweile sind Konstellationen mit hunderttausenden und sogar Millionen Satelliten in Planung.
Daher ist es nicht verwunderlich dass die Warnungen vor einer „Überfüllung“ bestimmter Umlaufbahnen immer dringender werden. Das ist natürlich ein ernstes Problem - nicht zuletzt für die beobachtende Astronomie - aber eine weitere – möglicherweise folgenreichere - Gefahr ist bisher wenig erkannt: Die Verschmutzung der Hochatmosphäre durch verglühende Satelliten. Die Satelliten sind eben nicht „weg“ nachdem sie verglüht sind, das Material aus dem sie bestehen ist ja noch da. Bereits heute ist die Materialmenge durch verglühende Satelliten vergleichbar mit dem natürlichen Eintrag durch Meteore, bei zukünftigen Szenarien könnte sie die natürliche Menge um Größenordnungen übersteigen. Dazu kommt dass die chemische Zusammensetzung des Materials völlig anders ist.


