Molniya-Satelliten

Abb. 1: Bei dem hier abgebildeten „Kreuz“ handelt es sich um eine SL-6 Oberstufe (rechts unten nach links oben) und einen Kommunikationssatelliten. Deutlich sieht man das periodische Aufblitzen der Oberstufe durch eine Drehung um eine Achse senkrecht zur Längsachse.

Abb. 2: Bei den parallelen Strichspuren handelt es sich um zwei Oberstufen des Typs SL-6. Die obere Spur zeigt das bei Oberstufen häufig beobachtete periodische Aufblinken.

Matthias Busch, Rainer Kresken

 Da sich große Teile der früheren Sowjetunion in sehr hohen geografischen Breiten befinden, ist die fernmeldetechnische Versorgung dieser Gebiete mit geostationären Satelliten nur sehr eingeschränkt möglich. Um dieses Problem zu umgehen, hat man einen anderen Weg eingeschritten: Man wählt für die Kommunikationssatelliten einen Orbit mit hoher Exzentrizität, hoher Inklination und einer Periode von etwa 12 Stunden (siehe Abb. 3). Das Apogäum befindet sich im  nördlichsten Teil der Bahn. Da sich die Satelliten im Apogäum nur sehr langsam bewegen, können sie die gewünschten Gebiete während des größten Teils der Umlaufperiode abdecken. Damit sich das Apogäum nicht durch Effekte der Erdabplattung langsam nach Süden dreht, muss die Bahnneigung sehr nah beim sogenannten kritischen Wert von 63 Grad sein. So kommt es, dass man über dieser geographischen Breite in der Apogäumshöhe von etwa 39.500 km eine deutliche Anhäufung dieser Satelliten findet. Der so entstehende Ring ist deutlich in Abb. 4 zu sehen. Dort kommt es häufig zu engen Konjunktionen solcher Objekte. So konnte sogar das abgebildete „Kreuz“ aufgenommen werden.

 


Abb. 3: Typischer Molniya-Orbit
(c) Heavens-Above

Abb. 4:  Momentaufnahme des Himmels über Heppenheim mit allen Molniya-Satelliten

Über Matthias Busch

VHS-Kurs 1982 (Alfred) und 1983 (Holger Mandel), Mitglied ab 1985, Kleinplanetenbeobachter, momentan Geschäftsführer
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